23. März 2017

Die kleine, gerade einmal knapp 200 Einwohner zählende Gemeinde Dörtendorf komplettiert am 14. Juli die Liste der Etappenorte für die 30. Auflage. „Ich bin sehr glücklich, dass wir wieder auf den Straßen fahren können, wo einst die Rundfahrt aus der Taufe gehoben wurde“, sagte Tour-Chefin Vera Hohlfeld.

Dörtendorf. Es war ein wichtiges Signal für den Frauen-Radsport im Osten, als im Sommer 1986 der 1. Ländervergleich zwischen der DDR und der CSSR auf vier Etappen und insgesamt 210 Kilometer über die Straßen rund um Zeulenroda-Triebes rollte. Nun, genau 31 Jahre später, gehört die Tour längst zu den etablierten Rundfahrten. Weltmeisterinnen wie Judith Arndt oder Hanka Kupfernagel gewannen hier genauso wie vor zwei Jahren die schwedische Olympia-Zweite Emma Johansson. Um ein Haar wäre ausgerechnet zur Jubiläums-Ausgabe die Region um Zeulenroda bei der inzwischen in Lotto-Thüringen Ladies Tour getauften Rundfahrt aus dem Etappenplan verschwunden. Nun aber komplettiert die kleine, gerade einmal knapp 200 Einwohner zählende Gemeinde Dörtendorf am 14. Juli die Liste der Etappenorte für die 30. Auflage.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir wieder auf den Straßen fahren können, wo einst die Rundfahrt aus der Taufe gehoben wurde“, sagte Tour-Chefin Vera Hohlfeld. Möglich wurde dies durch das große Engagement der radsportverrückten Einwohner von Dörtendorf, an der Spitze der Ortsteilbürgermeister Frank Pitzig, Andreas Stabs und Frank Steinwachs als ehemaliger langjähriger Zeulenrodaer Bürgermeister sowie auch durch die Unterstützung eines Sponsors (Sparkassen Gera-Greiz und Saale-Orla). Die 3. Etappe wird einen besonderen Höhepunkt erleben. Start und Ziel nämlich sollen am berühmten Dörtendorfer Berg mit einer Steigung von bis zu 16 Prozent aufgebaut werden, so dass die Radsport-Fans die Fahrerinnen hautnah erleben können.

30. Thüringen-Rundfahrt endet am 18. Juli in Gotha

Der 1600 Meter lange Abschnitt zwischen Göhren-Döhlen und Dörtendorf war in der Vergangenheit schon oft der Scharfrichter der Rundfahrt.

„Damit wird das Feld dreimal den Zielbereich passieren, bevor es um den Etappensieg geht“, sagte Tour-Chefin Hohlfeld. Realisiert werden kann das aber nur, wenn das Wetter mitspielt. „Sollte es im Juli länger regnen und den Start- und Zielbereich unter Wasser setzen, würden wir nach Dörtendorf ausweichen. So oder so wird es in jedem Fall eine ganz besondere Etappe“, sagte Hohlfeld.

Vom 12. bis 18. Juli rollt das Feld der 20 Mannschaften bei der Ladies Tour durch den Freistaat. Gestartet wird die Rundfahrt am 12. Juli in Gera. Der zweite Abschnitt beginnt tags darauf in Schleiz. Neben Dörtendorf sind Weimar (15. Juli), Schmölln (16. Juli) und Greiz (17. Juli) die weiteren Etappenstädte. Am 18. Juli wird nach dem Schlussabschnitt in Gotha die Gesamtsiegerin gekürt.

Der Austragungsort am 14. Juli war bis zuletzt noch offen, weil sich im vergangenen Jahr der Stadtrat von Zeulenroda-Triebes trotz der langen Verbundenheit zur Rundfahrt aus finanziellen Gründen gegen die erneute Ausrichtung einer Etappe ausgesprochen hatte. „Wir waren traurig. Denn mit der Absage hatten wir nicht gerechnet. Nun aber sind wir froh, dass wir uns durch die Initiative aus Dörtendorf wieder mit der Rundfahrt in der Region präsentieren können“, sagte die Rundfahrt-Chefin zufrieden.

Wie einst im Juli 1986 ist es ein wichtiges Signal für den Frauen-Radsport.

 

Quelle: www.otz.de