Hohlfeld erfährt in letzter Minute telefonisch von eigenmächtig geplanter Terminausweitung der Tour de France – Auswirkung auf Termin für die 30. Jubiläumstour

Einen Tag vor der Veröffentlichung des UCI-Damen-Kalenders 2017 wurde Thüringen-Rundfahrt-Chefin Vera Hohlfeld von einer Mitarbeiterin des Weltradsportverbandes telefonisch darüber informiert, dass der seit langem beantragte Termin für kommendes Jahr, wenn die 30. Thüringen-Rundfahrt der Frauen ausgetragen werden soll, entweder mit einem „erweiterten“ Frauenrennen der Tour-de-France-Organisatoren kollidiert, oder vorgezogen werden müsste. Ohne Rücksprache der UCI-Verantwortlichen und ehe Hohlfeld die Partner und für 2017 geplanten Rundfahrtstädte über diese Situation informieren konnte, erfuhr sie kurz vor der Veröffentlichung des Saisonkalenders am vergangenen Donnerstag davon. „Ich bin so sauer über diese Rücksichtlosigkeit, die unsere langfristigen Planungen plötzlich über den Haufen wirft“, so Rundfahrtchefin Vera Hohlfeld.

Die Agentur ASO, Ausrichter und Veranstalter der Tour de France, plant im Rahmen der nächsten Frankreich-Rundfahrt, die in Düsseldorf gestartet wird, auch die Erweiterung ihres Frauenradsport- Engagements, welches sich seit drei Jahren ausschließlich nur auf den letzten Tour-Tag mit einem Rundstreckenrennen auf den Champs-Élysées in Paris beschränkte. Da bekanntlich der Frauen-Radsport derzeit eine wesentlich größere mediale Aufmerksamkeit erfährt — auch dank des langjährigen und unermüdlichen Einsatzes vieler Veranstalter von Frauen-Radrennen — interessiert sich nun auch die „Grand Tour“ für die Damen und beansprucht dafür mehr Platz. Daher gerät der Weltverband nun selbstverschuldet unter Druck und rät den Thüringern dazu, die 30. Internationale Thüringen-Rundfahrt der Frauen im nächsten Jahr zwei Tage früher beginnen zu lassen und vom 12. bis 18. Juli 2017 auszutragen

„Wir sind schon seit Monaten in Gesprächen mit unseren künftigen Etappenorten, Dienstleistern und Sponsoren und haben im Laufe dieser Zeit längst feste Termine verhandelt. Jetzt wird uns das über Nacht alles zunichte gemacht. Wir sind auf ein verlässliches Miteinander mit unseren Partnern angewiesen und werden durch solche Vorgänge um jene, die nun erst auf den Geschmack kommen, in Schwierigkeiten gebracht“, so Hohlfeld, die betont „dass das Interesse der Tour de France-Veranstalter für den Frauenradsport sehr anerkennenswert ist, aber man diese völlig unfaire Vorgehensweise einfach nicht nachvollziehen kann.“

Die Veranstalter der Thüringen-Rundfahrt der Frauen werden dieses Verhalten der UCI nicht hinnehmen und dies auch über den Bund Deutscher Radfahrer beim Weltverband zum Ausdruck bringen. Da sich die Situation aber bereits als endgültig darstellt, arbeitet das Team um Vera Hohlfeld seit Donnerstag an einer veränderten Struktur der Jubiläumsrundfahrtwoche und hofft, dass die Partner des Traditionsrennens diese plötzliche Terminänderung mitgehen werden.

„Wir hatten in diesem Jahr wieder eine sehr positive Resonanz auf unsere Rundfahrt. Sportlich war sie unmittelbar vor den Olympischen Sommerspielen auch sehr stark besetzt. Wir wollen dieses hohe Niveau beibehalten, neue Ideen profilieren und müssen mit aller Energie solch rücksichtlosem Gebaren entgegentreten“, zeigt sich Vera Hohlfeld kämpferisch.