Dritter Tagessieg und weiter in Gelb: Alexandra Manly aus Australien. Foto: Arne Mill / T.RF GmbH

Schleiz, 27. Mai. Der „Australia Day“ ist eigentlich im Januar, bei der 34. LOTTO Thüringen Ladies Tour ist bisher jeder Tag ein australischer Feiertag. Auch auf der vierten Etappe ging der Tagessieg nach „Down under“. Nach 127 Kilometern mit Start und Ziel auf der Rennstrecke „Schleizer Dreieck“ siegte am Freitag erneut Alexandra Manly. Die ehemalige Bahn-Weltmeisterin hatte bereits die erste Etappe in Hof und den dritten Tagesabschnitt in Dörtendorf für sich entschieden. Die zweite Etappe in Gera ging an die Australierin Georgia Baker, die wie Manly für das australische World-Tour-Team BIKE EXCHANGE Jayco fährt.

Hinter Manly sprintete aus einer etwa 20-köpfigen Gruppe Ricarda Bauernfeind auf den zweiten Platz. Mit der Eichstätterin aus dem Team CANYON SRAM Generation stand erstmals eine Deutsche in diesem Jahr in der Tageswertung auf dem Podium. Platz drei ging an die Polin Marta Lach (CERATIZIT WNT Pro Cycling).

In der Gesamtwertung liegt Manly nach vier von sechs Etappen jetzt mit 28 Sekunden vor der Polin Marta Lach. Auf Platz drei verbesserte sich Femke Gerritse (+ 33 Sekunden) aus dem Team Parkhotel Valkenburg. Beste Deutsche ist Ricarda Bauernfeind auf Platz sechs (+37). Auf Platz 20 folgt Romy Kasper als beste Fahrerin der deutschen Nationalmannschaft (+ 1:12 Minuten).

Stimmen:
Alexandra Manly (Team BIKE EXCHANGE Jayco, Etappensiegerin und Gesamtführende): „Es gab einige Attacken. Aber meine Mannschaft ist sehr stark und hat mich immer wieder rangeführt. Auch nach dem Sturz hatte ich keine Probleme, wieder zurück ins Feld zu kommen. Ich freue mich sehr.“

Ricarda Bauernfeind (Team CANYON SRAM Generation, Platz 2): „Ich freue mich über den zweiten Platz. Gegen Alexandra Manly zu verlieren, ist keine Schande. Damit kann ich gut leben. Während der ersten zwei Stunden hatte ich richtig zu kämpfen, um ins Ziel zu kommen, weil mir richtig kalt war. Dann kam zum Glück die Sonne raus und da war die Welt wieder in Ordnung. Ich nehme noch mit, was geht, bin aber mit meiner Thüringen-Rundfahrt schon sehr zufrieden.“

Romy Kasper (Nationalmannschaft Deutschland, Platz 20): „Ich bin definitiv zufrieden. Es war eine sehr schwere Etappe, und in den Bergen wurde auch schwer gefahren. Ich hatte deshalb nicht unbedingt damit gerechnet, in der ersten Gruppe anzukommen. Ich habe mich über den Regen gefreut – da hat man dann schon  gleich ein paar Fahrerinnen aus dem Feld abgehängt. Ich bin gefahren wie immer. Erst wenn man darüber nachdenkt, wird es gefährlich.“

Lisa Brennauer (CERATIZIT WNT Pro Cycling, zweimalige Rundfahrt-Siegerin, Olympiasiegerin, Welt- und Europameister): „In der Sprint-Wertung bin ich gestürzt. Ich habe mir den rechten Ellenbogen und die Hüfte aufgeschlagen, aber das geht schon. Heute hatten viele zu kämpfen, ich auch. Es lief auf der super schweren Etappe nicht so gut, ich hatte gehofft, ich kann mehr im Finale helfen.“

Start und Ziel war auf der Rennstrecke “Schleizer Dreieck”. Foto: Arne Mill / T.RF GmbH

Rennverlauf:
90 Fahrerinnen nahmen um 12.30 Uhr und damit mit 15 Minuten Verspätung die vierte Etappe in Angriff. Ein Unfall auf der A4 im Jagdbergtunnel hatte einige Teams und die TV-Produktion bei der Anfahrt zur Rennstrecke „Schleizer Dreieck“ behindert. Schon vorher hatte die belgische Mannschaft „Lotto Soudal Ladies“ einen großen Schreckmoment zu verdauen. In der  Nacht zum Freitag wurden dem Team fünf hochwertige Rennräder gestohlen. Die Räder der Marke Ridley standen in einem Wohnmobil, das auf einem Hotelparkplatz in Weimar aufgebrochen wurde.

„Ich bin schockiert und traurig. Ich weiß, was das bedeutet“, sagte die ehemalige Rennfahrerin und Tour-Direktorin Vera Hohlfeld. Der Schaden beläuft sich auf ca. 45.000 Euro. Die Mannschaft konnte aber die Rundfahrt planmäßig mit Ersatzmaterial fortsetzen.

Schon kurz nach dem Start gab es im strömenden Regen die erste Attacke. Wie schon an den Vortagen setzte sich das Team MAXX SOLAR LINDIG Women Racing in Szene, erneut durch Katharina Fox. Begleitet wurde sie von Anne van Rooijen (Parkhotel Valkenburg). Beide hatten schnell 1:10 Minuten Vorsprung. Bei der ersten Sprintwertung nach 54,0 Kilometern in Beulwitz war die Flucht beendet, Femke Markus (Parkhotel Valkenburg) holte sich die Punkte und Zeitbonifikation. Schon sechs Kilometer später wartete die nächste Sprint-Wertung: In Saalfeld lag die Cross-Weltmeisterin Sanne Cant (Plantur PURA) vorn.

Nach der Sprint-Wertung teilte sich das Feld. 52 Kilometer vor dem Ziel gab es in der ersten Gruppe einen Sturz, mit zehn bis 15 Fahrerinnen, darunter die Gesamt-Führende Alexandra Manly aus Australien (Team BIKE EXCHANGE Jayco). Bei der ersten Bergwertung in Steinsdorf nach 78,8 Kilometern lag Justine Ghekiere (Plantur PURA) vorn, sammelte weitere wichtige Punkte für ihr Trikot. Zusammen mit Julie van de Velde, Sanne Cant (beide Plantur PURA), Ricarda Bauernfeind (CANYON SRAM Generation) und Femke Gerritse (Parkhotel Valkenburg) setzte sich eine fünfköpfige Gruppe kurzzeitig ab.

Die Gruppe wurde aber schnell gestellt, und Elisabeth Holden (Le Col Wahoo) startete einen Solo-Angriff, der aber ebenfalls schnell vereitelt war. Eine Gruppe von ca. 30 Fahrerinnen ging zusammen in die letzten 30 Kilometer. Kurz danach setzten sich Anais Morichon (Arkea Pro Cycling Team) und Greta Marturano (Top Girls Fassa Bortolo) ab. Zur zweiten Bergwertung in Ziegenrück wurde das Tempo weiter angezogen. Justine Ghekiere sicherte sich wieder die Bergpunkte, vor Alexandra Manly und Ruby Roseman-Gannon (beide BIKE EXCHANGE Jayco). Den letzten Angriff startete Loes Adegeest (Nationalteam Niederlande), enteilte bis auf 15 Sekunden. 1,5 Kilometer vor dem Ziel war auch sie gestellt.

Die Trikots:
Gesamteinzelwertung (Sponsor LOTTO Thüringen):
Alexandra Manly (Team BIKE EXCHANGE Jayco)

Sprintwertung (B & H Spedition):
Alexandra Manly (Team BIKE EXCHANGE Jayco)

 Bergwertung (OPEL):
Justine Ghekiere (Plantur PURA)

Beste Nachwuchsfahrerin (Sparkasse):
Femke Gerritse (Parkhotel Valkenburg)

Aktivste Fahrerin (IKK Classic):
Loes Adegeest (Nationalteam Niederlande)

Beste deutsche Fahrerin (Women’s Equality):
Ricarda Bauernfeind (CANYON SRAM Generation)

Beste Club-Fahrerin (Gotha adelt):
Thalita de Jong (Nationalteam Niederlande)

Vorschau:
Gotha ist am Samstag Schauplatz der fünften Etappe der 34. LOTTO Thüringen Ladies Tour. 133,1 Kilometer (1528 Höhenmeter) sind zurückzulegen. Geplanter Start ist um 12.10 Uhr, die Zielankunft für 15.45 Uhr geplant. Bei drei Sprint- und zwei Bergwertungen werden wieder Bonussekunden und Punkte vergeben.

Alle Ergebnisse:

https://1drv.ms/b/s!Am-ZY4e76sqhg7o-9deZNYF_NF5FZw

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