Zum 21. Mal wird Trixi Worrack am Start der LTLT stehen

Als Junioren-Weltmeisterin im Einzel-Zeitfahren kam 1999 zur Thüringen-Tour. Da war sie noch keine 18 Jahre und brauchte eine Sondergenehmigung, um im deutschen Nationalteam starten zu dürfen. „Seither war ich jedes Jahr dabei! Und das ist eine Selbstverständlichkeit, weil dieses Rennen so eine tolle Ausstrahlung hat. Außerdem hat es meine Karriere geprägt“, sagt die gebürtige Cottbuserin, die in Dissen im Spreewald aufwuchs und mit dem Radsport begann, seit einigen Jahren aber in Erfurt wohnt und auf den Straßen der Region trainiert. „Manchmal fahre ich bis Oberhof, wenn Berge auf dem Trainingsplan stehen.“ Die Anstiege bei der Lotto Thüringen Ladies Tour passen genau in die Skala ihrer Kletterfähigkeiten. Nicht zu lang, nicht zu steil, aber sehr anspruchsvoll. Auch schon 2002, als sie ihre erste Etappe (von insgesamt 5) in der Rundfahrt gewann. „Diesen Sieg vergesse ich nicht, ich war so glücklich auf dem Podium. Das war der Beginn meiner Karriere als Profi-Fahrerin.“ Die weist inzwischen  37 Erfolge auf, darunter 5 Weltmeistertitel im Mannschafts-Zeitfahren. Zuletzt 2018 mit dem deutschen Team Canyon, das Trixi inzwischen jedoch verlassen hat. Sie wechselte zur neu etablierten Frauen-Equipe Trek Segafredo. „Ich wollte noch einmal eine neue Herausforderung haben, gemeinsam mit Fahrerinnen um Siege kämpfen, die bisher meine Gegnerinnen waren.“ Weil ihr Werksteam, das in den USA lizenziert ist, für die Thüringen Tour nicht gemeldet hat, wird Worrack wieder mal im Nationaltrikot fahren. Ist vielleicht ein gutes Omen. „Wie damals, ganz am Anfang. Wir können mit unserem Team Deutschland wahrscheinlich nicht ums Klassement kämpfen, aber bei einzelnen Etappen wollen wir vorn dabei sein“, steckt Trixi ihre Erwartungen ab. Die 37jährige ist immer noch eine absolut verläßliche Weltklasse-Rennfahrerin, die alles gibt, für sich oder für Teamkolleginnen. Die Rundfahrt paßt jetzt genau in ihren Saisonaufbau, den sie nach einem Schlüsselbeinbruch gleich im ersten Rennen der neuen Saison verändern mußte. Sie konnte erst im März wieder trainieren und im April Rennen fahren: „Aber jetzt spüre ich, daß die Form kommt und sich festigt. Ich freue mich auf den Start am Dienstag.“

AUTOR: Ulli Jansch
FOTO: Arne Mill