Start in Hof– HOHLFELD Vera ( GER ) – Race Manager – DÖHLA Eva ( GER ) – Photographer: © Arne Mill – frontalvision.com                                                                                                Autor: Axel Lukacsek, Thüringer Allgemeine

Erfurt. Vera Hohlfeld ist voller Vorfreude – und Tatendrang. „Wir wollen liefern und werden im kommenden Frühjahr beim Radsport-Weltverband beantragen, unsere Veranstaltung für das Jahr 2024 in die höchste Kategorie, also die World Tour, einzustufen“, sagt die Chefin der LOTTO Thüringen Ladies Tour, dem wichtigsten Etappenrennen für Frauen in Deutschland. Zugleich verkündete Hohlfeld, dass die 35. Auflage im kommenden Jahr vom 23. bis 28. Mai stattfindet und darüber hinaus finanziell gesichert ist. In Kürze soll auch der Streckenplan vorgestellt werden.

In der World Tour, sozusagen die Königsklasse des Radsports und im Jahre 2016 zum ersten Mal ausgetragen, sind die wichtigsten Wettbewerbe der Frauen zusammengefasst. Dieser Status garantiert die Teilnahme der weltbesten Fahrerinnen. In diesem Jahr umfasste die Rennserie insgesamt 23 Veranstaltungen, darunter allein fünf in Belgien. Die LOTTO Thüringen Ladies Tour wäre der erste Wettbewerb der World Tour auf deutschem Boden.„Uns wird immer wieder bestätigt, dass wir erstklassig sind. Diesen Status wollen wir jetzt auch offiziell“, sagt Hohlfeld. Momentan ist die Rundfahrt in der unterhalb der World Tour angesiedelten Pro Serie im Kalender verankert. Allerdings erfüllen die Organisatoren in Thüringen schon jetzt die meisten Vorgaben des Weltverbandes für Rennen der höchsten Kategorie wie zum Beispiel eine Liveübertragung.

Einzig das Preisgeld fiel zuletzt noch geringer aus, was sich bei der Ladies Tour in Thüringen nun ebenso ändern soll. „Wir werden nahezu alle Vorgaben schon im Jahr 2023 erfüllen, weshalb es aus meiner Sicht keinen Grund mehr gibt, uns den World-Tour-Status zu verweigern“, sagt Hohlfeld.Anspruch der einstigen Weltklasse-Radfahrerin ist es seit jeher, in Thüringen die Weltspitze an den Start zu bringen. Als Rennen der zweiten Kategorie wurde das aber zuletzt nicht mehr garantiert. So auch im vergangenen Mai. Viele Stars des Frauen-Radsports traten lieber beim höher dotierten World-Tour-Rennen London Ride an, wo es auch ein besseres Preisgeld und mehr Weltranglistenpunkte zu holen gab.Trotzdem lief die Thüringen-Rundfahrt der Dreitagesfahrt durch England in mancher Hinsicht den Rang ab. Während hierzulande der MDR jeweils eine 45-minütige Liveübertragung produzierte, fehlte beim London-Rennen – wie im Reglement vorgeschrieben – jener Livestream an zwei von drei Tagen und damit eben auch die Aufmerksamkeit für den Frauenradsport.Zwei Teilnehmerinnen in London brachen deshalb für die Thüringen-Rundfahrt eine Lanze. “Die Teams wären besser dran, wenn sie in Thüringen fahren würden, wo es eine Übertragung und Respekt für unsere Sponsoren gibt”, schrieb die Australierin Brodie Chapman via Twitter. Landsfrau Sarah Roy unterstrich dies: ” So wahr! Super enttäuschend.”

Trotzdem war die LOTTO Thüringen Ladies Tour in diesem Jahr noch gut besetzt. Gesamtsiegerin Alexandra Manly etwa eroberte ein paar Wochen später bei der WM immerhin Team-Bronze. „Die besten Fahrerinnen an den Start zu bringen, wird immer schwieriger. Eine solche Rundfahrt in Thüringen mit diesem Aufwand zu organisieren, macht aber nur Sinn, wenn auf lange Sicht die weltbesten Fahrerinnen starten. Deshalb brauchen wir die Höherstufung“, sagte Hohlfeld.

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