Von Axel Lukacsek 08.02.2020, 06:00 / Ostthüringer Zeitung

Erfurt. Im kleinen Dörtendorf wird am 31. Mai das große Finale der LOTTO Thüringen Ladies Tour ausgetragen. Die bedeutendste deutsche Rundfahrt des Frauen-Radsports darf sich zur 33. Auflage über eine Aufwertung freuen. Die Tour ist Teil der vom Weltverband neu geschaffenen ProSerie, die unterhalb der WorldTour die wichtigsten Mannschaften der Szene präsentiert. „Das merken wir auch bei den Bewerbungen. So gut wie alle Teams der höchsten Kategorie wollen bei uns starten“, sagt Tour-Chefin Vera Hohlfeld: „Hinzu kommt die Tatsache, dass wir aufgrund der Olympischen Spiele für die besten Fahrerinnen eine wichtige Bühne bieten.“
Organisatorisch gilt die Etappenfahrt schon lange als beispielgebend, auch wenn das Tour-Finale auf das Pfingstwochenende fällt und damit vor allem die ehrenamtlichen Helfer in den Start- und Zielorten erneut vor einem Kraftakt stehen. Als Teil der internationalen Rennserie hoffen jedoch auch die Thüringer Veranstalter auf noch mehr Aufmerksamkeit. „Ich bin mir sicher, wir haben die besten der Welt am Start“, sagt die Erfurterin, die mit mindestens 100 Fahrerinnen in 17 Mannschaften rechnet.
Die Rundfahrt, die am 26. Mai mit Start und Ziel in Schmölln ihren Auftakt erlebt, rückt noch aus einem anderen Grund mehr denn je in den Fokus der Szene. Die Kalifornien-Rundfahrt über drei Etappen aus der höchsten Kategorie des Frauen-Radsports wurde bereits im vergangenen Oktober abgesagt. Damit fehlt auf dem Weg zu Olympia den weltbesten Fahrerinnen im Monat Mai ein wichtiger Meilenstein. Zudem ist die baskische Rundfahrt Emakumeen Bira aus dem Rennkalender verschwunden, weshalb nun im Vergleich zu 2019 gleich sieben Renntage entfallen.
Aus diesem Grund wird die Thüringer Tour auch ohne WorldTour-Status automatisch aufgewertet. Und das Niveau soll weiter steigen. Rundfahrt-Chefin Hohlfeld unterstützt jenen Weg ausdrücklich. So werden die einzelnen Etappen auch nach den Wünschen der Sportlichen Leitung um Franziska Große und Marie Ludwig erweitert und damit anspruchsvoller. „Als ich früher bei der Tour de France der Frauen gefahren bin, waren solche Längen normaler Standard“, sagt die Olympia-Vierte von 1996.
So wird diesmal die vorletzte Etappe „Rund um Weimar“ mit 145 Kilometern und einem Abstecher über Bad Berka, Blankenhain und den Ettersberg der längste Abschnitt sein. Wegen der Bauarbeiten am Gothaer Hauptmarkt ist indes noch nicht final geklärt, auf welchem Terrain die Radsportlerinnen am 29. Mai um den Tagessieg kämpfen werden. „Das Profil ist wieder anspruchsvoll. Ich glaube es wird keine ausgewiesene Bergziege gewinnen. Aber jemand, der sich am Berg abhängen lässt, wird bei uns keine Chance haben“, sagt Hohlfeld.
Tour-Plan 2020:
26. Mai: Schmölln (Start: 17 Uhr)
27. Mai: Gera (15 Uhr)
28. Mai: Schleiz (14 Uhr)
29 Mai: Gotha (14:30 Uhr)
30. Mai: Weimar (14 Uhr)
31. Mai: Dörtendorf (11 Uhr)