Eine stimmungsvolle Teampräsentation zur Ladies Tour 2022 gab es am Montag in Hof. Foto: Arne Mill / T.RF GmbH

Hof, 23. Mai. Es ist angerichtet: Nach der Teampräsentation in Hof startet am Dienstag die erste Etappe der Ladies Tour 2022. „Es ist uns wieder gelungen, auch in diesem Jahr einen Teil der Weltspitze in das grüne Herz Deutschlands zu locken“, freut sich Rundfahrt-Chefin Vera Hohlfeld. Bei der Startliste 2022 am Montag in Hof gab es einen ersten Vorgeschmack auf das Feld mit 17 Mannschaften, die ab Dienstag um die Wertungstrikots kämpfen. Bis Sonntag im Ziel in Altenburg stehen sechs Etappen und fast 700 Kilometer auf dem Plan.

Rundfahrt-Chefin Vera Hohlfeld freut sich vor allem über zwei Top-Fahrerinnen aus Deutschland. Lisa Brennauer (Durach) und Franziska Brauße (Eningen) schrieben mit dem deutschen Bahn-Vierer 2021 Geschichte, wurden Olympiasiegerinnen, Welt- und Europameisterinnen. Brennauer glänzte zudem auch auf der Straße als Weltmeisterin mit der Mixed-Relay Staffel.  „Aber wir haben neben Brennauer und Brauße auch viele vielversprechende Talente am Start“, sagte die Tour-Direktorin.

Die absoluten Spitzen-Teams und -Stars der Szene fehlen allerdings in diesem Jahr. Mit der australischen Mannschaft „Bikeexchange-Jayco“ ist aber eine Mannschaft aus der Top 10 der Weltrangliste der Radsport-Weltverbandes UCI (Stand 10.5.) vertreten. Grund: In diesem Jahr steht die Ladies Tour in direkter Konkurrenz zum „Ride London“, einem zeitgleich laufenden Welt-Tour-Rennen in London. Dort gibt es mehr Weltranglistenpunkte und Preisgeld. Hohlfeld, als Aktive sieben Mal Etappensiegerin und seit zwölf Jahren Rundfahrt-Chefin, versucht trotzdem das Beste aus der Situation zu machen.

Das Team CERATIZIT WNT Pro Cycling mit den Olympiasiegerinnen Lisa Brennauer (l.) und Franziska Brauße (2.v.l.). Foto: Arne Mill / T.RF GmbH

Für die deutschen Mannschaften hat das einzige deutsche Etappen-Rennen der UCI Women’s Proseries unverändert einen hohen Stellenwert seit Jahren. „Für mich ist die Rundfahrt jedes Jahr ein Highlight. Wichtig wäre noch mehr Fernsehresonanz“, sagte Franziska Brauße, die wie Brennauer für das Team Ceratizit WNT Pro Cycling fährt. Braußes Wunsch wurde erhöht: In diesem Jahr überträgt der Mitteldeutsche Rundfunk (mdr) die Schlussphasen aller sechs Etappen live in seinem Nachmittagsprogramm. Schon vorher startet auf den Internet-Portalen GCN und vimeo ein Live-Stream.

Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und Frauen-Bundestrainer André Korff ist die Rundfahrt ebenfalls sehr wichtig. Ein Problem in der Terminkollision sieht er nicht. „Der Termin für die Rundfahrt ist aus meiner Sicht optimal. Viele Fahrerinnen können die Ladies Tour nach einer Saisonpause nach den Klassikern als Wiedereinstieg nutzen – wie die Männer früher bei der Bayern-Rundfahrt“, sagte Korff, der mit einer sehr jungen Mannschaft nach Mitteldeutschland kommt

Eine Top-Favoritin auf die Nachfolge von Vorjahresgewinnerin Lucinda Brand aus den Niederlanden ist schwer auszumachen. Viele haben Lisa Brennauer aus der Rechnung, die 2017 und 2018 gewann. Die 33-jährige Allgäuerin kommt aber aus einer Corona-Pause zur Rundfahrt und bremst die Erwartungen. „Ich schaue von Tag zu Tag. Ich kann es gerade nicht wirklich einschätzen, wie sich die lange ,Zwangspause‘ für mich auswirkt“, sagte Brennauer. Viele halten aber die Allgäuerin trotzdem für stark genug.

Text: Thomas Juschus

Stand: 23.5.2022

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