Er hat flinke Finger, eine spitze Zunge und junge Augen, obwohl er gerade seinen 71. Geburtstag feierte. Bernd Schlechte muß gedanklich wach und handwerklich geschickt sein, weil er als Mechaniker des deutschen Nationalteams Rennräder von 5 verschiedenen Herstellern „behandelt“. Wie soll das funktionieren, vor allem im Rennbetrieb?

Es gibt unterschiedliche Rahmenmodelle und verschiedene Sorten sowie Fabrikate von Komponenten, also Schaltungen (mechanisch und und elektrisch), Bremsen (Scheibe oder Felgen), Laufräder, Bereifung, Sättel, Kurbeln, Pedalen. Da darf er beim Defekt einer Fahrerin nichts verwechseln. Beim Reparieren braucht er passende Werkzeuge und Ersatzteile. „Ganz so dramatisch ist das nicht“, gibt sich Bernd bescheiden. „Hier sind viele Profiteams mit dem entsprechenden Material. Zum Beispiel half mir Sunweb, als an Franziska Kochs Maschine Lenker und Vorderrad beschädigt waren.“

Bernd Schlechte fuhr früher selbst Rennen und war vor allem als Crosser erfolgreich. Jetzt fährt er schon fast 50 Jahren im Begleitwagen. Schon bei der Friedensfahrt war er Kollege des einst berühmten Alfons Kindermann. Den als dienstältesten Mechaniker abzulösen, dauert nicht mehr lange.

AUTOR: Ulli Jansch
FOTO: Arne Mill