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Bauernfeind, Kasper & Co.: Das sind die deutschen Top-Fahrerinnen 2023

Erfurt, 15. Mai. Die LOTTO Thüringen Ladies Tour ist in jedem Jahr auch ein Stelldichein der deutschen Top-Fahrerinnen. Große Namen wie Petra Roßner, Hanka Kupfernagel, Judith Arndt oder Lisa Brennauer konnten sich in der Vergangenheit in die Siegerlisten eintragen – in der Tages- oder Gesamtwertung. Auch in bei der 35. Auflage der Internationalen Thüringen-Rundfahrt (23. bis 28. Mai) sind einige der klangvollen deutschen Namen auf den Straßen Thüringens am Start.



Ricarda Bauernfeind (r.) mit der Bronzemedaille von der U23-WM 2022 in Australien. Foto: Arne Mill

Ricarda Bauernfeind (CANYON/SRAM Racing/Startnummer 21): Die 23-Jährige ist die große deutsche Zukunftshoffnung im Frauen-Radsport. Bereits im vergangenen Jahr konnte die aus Eichstätt in Bayern stammende Fahrerin überzeugen. Im Frühjahr belegte sie überraschend den fünften Platz in der Gesamtwertung der 34. LOTTO Thüringen Ladies Tour und war damit beste Deutsche. Später im Jahr gewann Bauernfeind bei den Weltmeisterschaften in Australien Bronze im Straßenrennen und Zeitfahren der U-23-Klasse. Lohn: Der Aufstieg in die World Tour beim Team CANYON/SRAM Racing. Bei der Spanien-Rundfahrt der Frauen – der 9. Vuelta Feminina – ließ sie Anfang Mai erneut aufhorchen und belegte wieder den fünften Platz in der Gesamtwertung. „Wenn man sich die Namen davor und dahinter anschaut, dann denkt man schon: Wow, ich stehe da mittendrin. Dass ich mit dem fünften Platz nach Hause fliege – das ist unbeschreiblich“, sagte Bauernfeind.


Franziska Brauße (Ceratizit WNT Pro Cycling Team/Startnummer 53): Die 24-Jährige hat noch nicht die Popularität einer Lisa Brennauer, kann aber mit den Erfolgen der im vergangenen Jahr zurückgetretenen deutschen Vorzeigefahrerin längst mithalten – vor allem auf der Bahn. 2021 raste Brauße mit dem deutschen Frauen-Vierer in Tokio zu Olympia-Gold, holte zudem mit der Mannschaft EM- und WM-Gold. Bei der WM 2022 in St. Quentin-en-Yvelines krönte sich die immer fröhliche „Franzi“ nach zuvor Bronze (2020) und Silber (2021) zur Weltmeisterin in der 3000-Meter-Einerverfolgung. Auf der Straße fehlen Brauße noch die ganz großen Erfolge, beim Team Ceratizit WNT Pro Cycling und auch in der deutschen Nationalmannschaft ist sie indes eine tragende Säule. Nach einer intensiven Klassiker-Saison steigt die Metzingerin in Thüringen in die Vorbereitung auf die WM Anfang August in Glasgow ein.



Romy Kasper bei Paris Roubaix 2023. Foto: Arne Mill

Romy Kasper (AG Insurance Soudal Quick-Step Team/Startnummer 71): Die aus Forst in der Lausitz stammende Radsportlerin ist eine der „Grand Dames“ im Peleton – neben Fahrerinnen wie Marianne Vos oder Annemiek van Vleuten. Seit 2006 (!) ist die 35-Jährige dabei, fuhr in den vergangenen Jahren für alle großen Mannschaften. Zwar ist Kasper keine Siegfahrerin, ihre Erfahrung und Rennübersicht haben jedoch immensen Wert. In Thüringen ist die seit zehn Jahren in Leipzig lebende Kasper Dauergast. 2006, 2008, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2016, 2017, 2018, 2019, 2021 und 2022 war sie dabei – in diesem Jahr bestreitet sie die Rundfahrt zum 14. Mal. „Es ist meine Heimatrundfahrt – es ist das einzige Profi-Rennen für uns deutsche Frauen. Ich habe in Schleiz meinen ersten Sieg als Profi gefeiert – das sind gute Erinnerungen an diese Rundfahrt“, sagt Kasper.


Laura Süßemilch (Fenix-Deceuninck/Startnummer 46): Laura Süßemilch feierte ihre größten Erfolge ebenfalls auf der Bahn – wurde 2021 Welt- und Europameisterin in der Mannschaftsverfolgung. Ein schwerer Rennunfall im Sommer 2022 bei der „Tour de France Femmes“ hätte der Radsportlerin fast das Leben gekostet. Die niederschmetternde Diagnose: Ein Bruch im Hinterkopf, ein gebrochener Hals- und zwei gebrochene Brustwirbel, dazu eine angeknackste Rippe. „Gott sei Dank, dass ich noch lebe und in ein paar Wochen wieder 100 % gesund werde. Ich werde stärker zurückkommen!“, postete sie damals bei Instagram. Erst im Februar dieses Jahres war es soweit, Süßemilch kehrte in die Wettkämpfe zurück. „Es stand nie für mich zur Wahl, dass ich aufhöre. Es war immer klar, dass ich es wieder probiere“, sagte die 26-Jährige.



Mieke Kröger beim Frühjahrsklassiker Paris - Roubaix. Foto: Arne Mill

Mieke Kröger (Deutsche Nationalmannschaft/Startnummer 141): Mieke Kröger darf sich ebenfalls Olympiasiegerin nennen – auch die 29-Jährige gehört 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio zum deutschen Gold-Quartett auf der Bahn. Auf der Straße konnte Kröger ebenfalls schon überzeugen, gehörte 2021 zur erfolgreichen deutschen Mixed-Staffel mit Tony Martin & Co. Bei der EM 2022 auf der Bahn holte die über 3000 Meter den Titel in der Einerverfolgung; im Februar in Grenchen kam zweimal Bronze auf dem Oval hinzu. Bekannt ist die Bielefelderin vor allem für ihre Power – die sie regelmäßig vor allem im Kampf gegen die Uhr einsetzen kann. Kröger dürfte deshalb vor allem im Mannschaftszeitfahren zum Auftakt der LTLT 2023 in Schleiz ein wichtiger Faktor sein.


Katharina Fox (MAXX Solar Rose Racing Team/Startnummer 131): Die 27-Jährige aus dem Erfurter Team MAXX Solar Rose Racing war im vergangenen Jahr die ungekrönte Ausreißerkönigin der Rundfahrt – und eroberte mit ihrer offensiven Fahrweise und ihrer erfrischenden Art nicht nur zweimal ein Sondertrikot (Aktivste Fahrerin & Beste Club-Fahrerin), sondern auch die Sympathien der Zuschauer. Dabei kam die Heidelbergerin, die erst seit knapp drei Jahren Rennen fährt und im Vorjahr schon die Bundesliga-Gesamtwertung gewann, erst spät zum Radsport. Um in diesem Jahr bei der LOTT0 Thüringen Ladies Tour wieder am Start zu stehen, musste die angehende Lehrerin sogar Sonderurlaub beantragen.

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